Im Januar 2020 starteten wir eine neue Beitragsserie im VHH-Blog. Hier befragen wir regelmäßig Kolleg*innen zu ihrem Karriereweg bei der VHH. Eines haben alle gemeinsam: Sie haben bei uns eine Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF) absolviert. Wie es nach der Ausbildung weiterging, ist aber bei vielen ganz unterschiedlich.

Im ersten Beitrag erzählt der Schenefelder Kollege Sebastian Rühl von seiner Ausbildung bei der VHH. Heute arbeitet er ganz klassisch im Fahrdienst. Im zweiten Beitrag geht es auf den Betriebshof Quickborn zu Kai Höppner. Er ist nach seiner Ausbildung zum FiF heute Gruppenleiter für Quickborn und Norderstedt. Im dritten Beitrag berichtet jetzt unsere Bergedorfer Kollegin Kim Siegert, wie es bei ihr nach der Ausbildung weiterging. Sie arbeitet sowohl im Fahrdienst als auch in der Betriebsplanung…


 

Fachkraft im Fahrbetrieb statt „was mit Medien“

Als ich mich 2009 bei der VHH für die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb beworben habe, war ich gerade 20 Jahre alt. Ich hatte mir nach dem Abitur eine kleine Auszeit gegönnt und in dieser Zeit angefangen mich zu informieren, in welche Richtung es bei mir beruflich gehen könnte. Erst dachte ich an ein Studium, zum Beispiel etwas mit Medien oder Veranstaltungsmanagement.

Fast zufällig habe ich im Fahrgastmagazin im Bus gesehen, dass bei der heutigen VHH Azubistellen zur Fachkraft im Fahrbetrieb ausgeschrieben sind. Und weil ich schon vorher eine gewisse Affinität zum ÖPNV hatte, dachte ich, dass das ganz interessant klingt und ich mich bewerben werde. Mir hat gefallen, dass man in der Ausbildung nicht nur das reine Busfahren erlernt, sondern auch das, was hinter den Kulissen passiert ist, damit ein Busunternehmen funktioniert.

Nach meiner Bewerbung bekam ich eine Einladung zu einem Allgemeinbildungstest. Ein, zwei Wochen später kam dann die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Das war dahingehend ganz lustig, weil man mich im Gespräch überzeugen wollten, doch eine Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf zu machen. Ich meinte nur: „Nee, nee… Ich will definitiv Fachkraft im Fahrbetrieb werden.“

Eine Woche später kam der gesundheitliche Test beim Betriebsärztlichen Dienst. Meine Untersuchung verlief ohne Probleme und ich bekam die Freigabe, dass ich Bus fahren darf, sodass der Zusage für den Ausbildungsplatz nun nichts mehr im Weg stand. Kurz darauf konnte ich dann auch schon meinen Ausbildungsvertrag in den Händen halten – der Startschuss als zukünftiger VHH-Azubi war gefallen.

 

Abwechslungsreiche Ausbildung bei der VHH

Zum Start der Ausbildung wurde uns die VHH als Unternehmen vorgestellt, aber auch alle Busbetriebshöfe im Konzern gezeigt. Und neben den betrieblichen Stationen geht es für alle FiF-Azubis natürlich auch in die Berufsschule und darüber hinaus zur überbetrieblichen Ausbildung in Hamburger Ausbildungszentrum (HAZ).

Gleich zu Beginn der Ausbildung hatten wir auch schon in unserer Fahrschule Theorieunterricht für den Busführerschein. Den PKW-Führerschein hatte ich schon vor Beginn der Ausbildung. Die FiF-Azubis, die noch keinen PKW-Führerschein hatten, haben ihn dann einfach in der VHH-Fahrschule gemacht.

Die Ausbildung war insgesamt sehr abwechslungsreich, weil wir als Azubis auch in verschiedenen Abteilungen des Unternehmens eingesetzt wurden: im Kundenservice, in der Diensteinteilung, beim Haltestellenservice, in der Pflegehalle und im Infoshop am Bergedorfer Bahnhof, aber auch in der Leitstelle oder bei den Verkehrsmeistern.

Ich habe meine Ausbildung sogar verkürzt und sie rund ein halbes Jahr früher im Dezember 2011 abgeschlossen. Die Übernahme nach der Ausbildung hat mir einen nahtlosen Übergang in den Beruf ermöglicht.

 

Kim hat bei der VHH einen Mischarbeitsplatz: Sie arbeitet im Fahrdienst und in der Betriebsplanung

Kim hat bei der VHH einen Mischarbeitsplatz: Sie arbeitet im Fahrdienst und in der Betriebsplanung

 

Mischarbeitsplatz und Weiterbildung

Selbstbewusst habe ich mich direkt nach meiner Ausbildung auf eine VHH-interne Stellenausschreibung beworben. Es war ein sogenannter Mischarbeitsplatz ausgeschrieben, bei dem man zu 50% im Fahrdienst und zu 50% in der Betriebsplanung tätig ist.

Das Auswahlverfahren für die Stelle lief noch, da wurde ich von der Hamburger Handelskammer angeschrieben: Weil ich so einen guten Ausbildungsabschluss gemacht hatte, wurde mir angeboten, mich für ein Weiterbildungsstipendium zu bewerben. Ohne zu zögern bewarb ich mich für das Stipendium und entschied mich, bei einer Zusage, für die Weiterbildung als Geprüfte Verkehrsfachwirtin – Schwerpunkt Personenverkehr.

Ich selbst hätte nie damit gerechnet, doch tatsächlich gab es wenig später die Zusage für das Stipendium. Auch bei der Ausschreibung um den Mischarbeitsplatz konnte ich meine Mitstreiter hinter mir lassen und bekam eine positive Antwort auf meine Bewerbung.

Die Weiterbildung zur Verkehrsfachwirtin habe ich über zwei Jahre berufsbegleitend absolviert. Das war eine große Herausforderung, denn ich habe Vollzeit bei der VHH gearbeitet und am Wochenende noch die Schulbank gedrückt. Nachdem ich den Verkehrsfachwirt in der Tasche hatte, habe ich kurzerhand noch eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Verkehrsmeisterin (VDV) gemacht, weil mein Stipendium trotz Fachwirt noch nicht voll ausgeschöpft war.

 

Hinterm Lenkrad und im Büro

Bis heute arbeite ich gemischt jeweils sechs Monate im Fahrdienst des Betriebshofes Bergedorf und in der Betriebsplanung. Beide Bereiche meines Jobs sind sehr unterschiedlich. Was ich so im Fahrdienst mache, muss ich sicherlich nicht erklären. Ich fahre zu den unterschiedlichsten Zeiten Bus quer durch das VHH-Bedienungsgebiet, vorrangig in Bergedorf und den angrenzende Gemeinden, wie z.B. Reinbek, Wentorf oder auch Geesthacht.

In der Betriebsplanung plane ich den Einsatz unserer Busse und baue die entsprechenden Dienstpläne der Fahrdienstkolleg*innen dazu. Die Planung erfolgt jeweils für einen Betriebshof. Ich betreue vorrangig den Osten Hamburgs und plane viel für die Betriebshöfe in Bergedorf, Rahlstedt und Ahrensburg, manchmal auch für Glinde und Billbrook. Ergänzend bereite ich regelmäßig Unterlagen für die Fahrdienstmitarbeiter*innen vor, etwa die Fahrzeithefte, wo die Fahrer*innen sehen können, wann ihre Fahrzeiten sind.

An meinem Job gefällt mir die Abwechslung. Im Fahrdienst und in der Betriebsplanung zu arbeiten, ermöglicht mir einen hohen Praxisbezug. Für die Planung kann ich meine Erfahrung als Busfahrerin nutzen, weil ich nach wie vor selbst viel im VHH-Bedienungsgebiet unterwegs bin. Und als Fahrerin profitiere ich von meinem Hintergrundwissen, das ich aus der Betriebsplanung habe. Beide Seiten, Fahrdienst und Betriebsplanung zu kennen, ist ein großer Vorteil.

Man kann sagen: Das, was ich in der zweiten Jahreshälfte plane, wenn ich in der Betriebsplanung arbeite, muss ich in der ersten Jahreshälfte des Folgejahres dann auch selbst fahren, wenn ich wieder im Fahrdienst bin. So können sich meine Kolleg*innen im Fahrdienst auch darauf verlassen, dass in der Betriebsplanung auch Leute arbeiten, die selbst im Fahrdienst sind und aus eigener Erfahrung wissen, was draußen los ist und was die Fahrdienstkolleg*innen bewegt.

 

Meine Tipps für Bewerber*innen

Was ich Jugendlichen raten würde, die sich als Azubi zur Fachkraft im Fahrbetrieb bei der VHH bewerben wollen? Ich denke, grundsätzlich sollte man ein bisschen Bock auf ÖPNV haben. Der Vorteil dieser Ausbildung ist, dass man nicht einfach nur den Busführerschein macht und danach in den Fahrdienst der VHH geht. Man lernt, was hinter den Kulissen im Unternehmen passiert, bekommt Einblicke in viele Abteilungen und versteht Prozesse im Unternehmen.

Man lernt in der Ausbildung die VHH wie ein Uhrwerk kennen, bei dem viele Zahnräder ineinandergreifen. Im Hintergrund passiert noch so viel mehr, was notwendig ist, damit wir als VHH unseren Fahrgästen in der Metropolregion Hamburg einen attraktiven ÖPNV bieten können.

Und wenn auch du ein Teil in diesem komplexen Uhrwerk werden willst, bist du bei uns genau richtig!

 


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Aktuell sucht die VHH wieder Fachkräfte im Fahrbetrieb!