• Autonomes Fahren wird in der Öffentlichkeit aktuell immer wieder diskutiert. Auch für die VHH ist es ein wichtiges Thema.

Autonomes Fahren – Forschungsprojekt in Lauenburg

2018-05-21T18:49:28+00:0007.05.2018|Kategorien: VHH-Blog|Tags: |

Autonomes Fahren wird in der Öffentlichkeit aktuell immer wieder diskutiert. Bei der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) sind wir uns sicher: Unsere Busfahrer*innen sind auch in Zukunft nicht zu ersetzen. Schließlich übernehmen sie neben dem reinen Fahrdienst diverse Aufgaben und sind auch wichtige Ansprechpersonen für unsere Fahrgäste. Autonomes Fahren beschäftigt uns bei der VHH aber dennoch als innovatives Konzept für den Nahverkehr. Nun ist ein Projekt dazu in Lauenburg gestartet.


 

Das Forschungsprojekt „TaBuLa“

Als innovatives Unternehmen will sich die VHH dem Thema autonomes Fahren nicht verschließen. Im Gegenteil: Das Unternehmen möchte sich aktiv einbringen, intensiv testen und Erfahrungen sammeln. Etwa bei dem Forschungsprojekt „TaBuLa“, das einen automatisiert verkehrenden Busverkehr in der Stadt Lauenburg erprobt. Im Interview spricht Holger Michelmann, Geschäftsführer der projektbegleitenden Interlink GmbH und Partner im „Büro autoBus“, über die größten Herausforderungen des Projekts, autonome Shuttle-Busse und Mobilitätsangebote der Zukunft.

 

Herr Michelmann, was genau muss man sich unter „TaBuLa“ vorstellen?

Holger Michelmann: „TaBuLa“ ist die Abkürzung für „Testzentrum für autonome Busse im Kreis Herzogtum Lauenburg“. Damit wird umschrieben, dass im Kreis Herzogtum Lauenburg Tests für den Einsatz von automatisierten bzw. autonomen Bussen starten und eine entsprechende Testumgebung eingerichtet werden soll.

 

Das Forschungsprojekt ist auf drei Jahre ausgelegt. Was genau ist für diese Zeit geplant?

Holger Michelmann: Das erste Jahr wird geprägt sein von der Auswahl einer geeigneten Strecke, der Auswahl der für einen ersten Einsatz vorzusehenden Fahrzeuge und der Umsetzung von Anforderungen an die Umgebung (z.B. Straße, Verkehrszeichen usw.) sowie der Genehmigung des Verkehrs. Das zweite und dritte Jahr wird die Betriebsaufnahme in mehreren Stufen beinhalten.

 

Außer der VHH sind auch der Kreis Lauenburg und die Technische Universität Hamburg (TUHH) an dem Projekt beteiligt. Welche Aufgaben übernehmen die einzelnen Projektpartner?

Holger Michelmann: Der Kreis übernimmt als ÖPNV-Aufgabenträger die Aufgabe, die Auswirkungen eines autonomen Busverkehrs auf die Gestaltung des ÖPNV einzuschätzen sowie als Straßenverkehrsbehörde die Anforderungen an den Betrieb zu formulieren. Die TUHH übernimmt die Projektleitung und die wissenschaftliche Begleitung des Projekts. Es werden hier u.a. Studien zur Akzeptanz der autonomen Fahrzeuge im Feld durchgeführt. Die VHH übernimmt schließlich den Betrieb der Fahrzeuge.

 

Wurde bereits ein entsprechendes Fahrzeug beschafft?

Holger Michelmann: Nein, die Formulierung von Anforderungen an das Fahrzeug und die Beschaffung selbst sind Gegenstand des Projekts.

 

Wie ausgereift sind die heutigen autonomen Shuttle-Busse? Oder anders gefragt: Was können die autonomen Busse und was nicht?

Holger Michelmann: Berücksichtigt werden muss, dass diese Busse erst seit zwei Jahren einsatzreif sind und auch jetzt noch einer stetigen Weiterentwicklung unterliegen. Das Auto sah 1888 beim Ausflug der Familie Benz auch anders aus als 130 Jahre später. Hier fand eine gewaltige Entwicklung statt. Die Automation von Fahrzeugen bis hin zu komplett autonom betriebenen Fahrzeugen steht sicherlich auch erst am Anfang. Und gerade deshalb ist es wichtig, sich mit dieser Technik auseinanderzusetzen, um abschätzen zu können, was das heißt und wie sich die Gesellschaft darauf einstellen sollte, um einen größtmöglichen Nutzen generieren zu können.

 

Projektstart war bereits Anfang dieses Jahres. Ab wann werden die ersten Busse autonom durch Lauenburg fahren?

Holger Michelmann: Bis Ende 2018 werden die Fahrzeuge beschafft, der Betrieb mit Fahrgästen ist für Anfang 2019 vorgesehen.

 

Welche Strecke werden die autonomen Busse zurücklegen und warum wurde genau diese Strecke ausgewählt?

Holger Michelmann: Es geht darum, die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge und die hoch entwickelten technischen Systeme zu testen und die Anforderungen aus der Umgebung entsprechend auszurichten. Darüber hinaus geht es darum, Aussagen zur Akzeptanz, insbesondere durch die Fahrgäste und die anderen Verkehrsteilnehmer*innen, zu erhalten. Diese Überlegungen prägen die Streckenauswahl, wobei nach aktuellem Stand voraussichtlich eine Strecke in der Stadt Lauenburg/ Elbe ausgewählt wird.

 

Was sind die größten Herausforderungen des Projekts?

Holger Michelmann: Es gibt drei große Herausforderungen in der Projektlaufzeit: a) die Vorbereitung der Inbetriebnahme der Fahrzeuge im öffentlichen Straßenraum, b) die Inbetriebnahme selbst und die Aufnahme des Betriebes und c) die Vermittlung des Systems an die Fahrgäste und die anderen Verkehrsteilnehmer. Alle drei Punkte sind Bestandteil des Projekts.

 

Sind autonome Kleinbusse, wie sie bald in Lauenburg getestet werden, eine Konkurrenz zum öffentlichen Nahverkehr oder eher eine sinnvolle Ergänzung?

Holger Michelmann: Die Erfahrungen und Ergebnisse werden die Projektpartner in die Lage versetzen, Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung treffen zu können. Die Erwartung ist aber, dass die bisher verfügbaren Minibusse Aufgaben der Feinerschließung und der „letzten Meile“ übernehmen werden – also eher eine Ergänzung.

 

Welche Auswirkungen haben Projekte wie „TaBuLa“ Ihrer Meinung nach auf das Berufsbild des Busfahrers?

Holger Michelmann: „TaBuLa“ ist eines von mehreren Förderprojekten mit automatisierten Minibussen. Diese Projekte finden statt in Anwendungen, wo heute gar keine Verkehre angeboten werden. Sie ersetzen also zunächst keine heute vorhandenen Verkehre. Sicherlich werden diese Systeme aber mittelfristig in der Lage sein, diese und weitere Aufgaben zuverlässig zu übernehmen, und sie werden gerade dort Verkehrsaufgaben übernehmen können, wo der konventionelle Bus aufgrund seines Antriebes oder seiner Größe an seine Grenzen stößt. Diese Entwicklung wird aber den Busfahrer auf mittlere Sicht nicht überflüssig machen.

Vielen Dank für das Interview!

 


Mehr zum Thema

⇒ Pressemeldung zum Projekt TaBuLa

⇒ TaBuLa-Projektbeschreibung

Cookie-Einstellungen

Datenschutz ist der VHH sehr wichtig. Bitte treffen Sie eine Cookie-Auswahl, um auf unserer Seite vhhbus.de fortfahren zu können. Nähere Informationen dazu: Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren.

Ihre Auswahl wurde gespeichert.

Hilfe

Hilfe

Um auf unserer Seite vhhbus.de fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen:

  • Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur notwendige Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück