Seit 2006 liegt Monat für Monat das VHH-Magazin „InKürze“ in den Prospekthaltern unserer Busse. Nun sagen wir Tschüss zu unserem gedruckten Magazin: Das erste Heft erschien im Jahr 2006, diese Epoche endet nun im April 2020 nach genau 14 Jahren. In Zukunft geht es digital weiter, auf unserer Website, in Social Media und im HVV-Newsletter. Wir nehmen das als Anlass für einen Rückblick auf die Geschichte des Fahrgast-Magazins in Hamburg…


 

232 InKürze-Ausgaben in 14 Jahren

Wenn man zurückblickt, dann sind seit April 2006 insgesamt 232 Ausgaben des InKürze-Magazins erschienen. Neben zahlreichen aktuellen Themen haben es auch 220 Freizeit-Tipps und 89 Tarif-Tipps ins Heft geschafft. Jeden Monat wurden 27.500 Hefte in den über 600 Bussen der VHH verteilt und konnten hier von den Fahrgästen kostenlos mitgenommen werden.

Das aufwendigste Titelbild schmückte übrigens die Ausgabe 03/2010: Das InKürze war auf dem Cover komplett schwarz, der Titel des Magazins war in sogenannter Braille-Schrift eingeprägt, die von Blinden uns Sehbehinderten ertastet und so gelesen werden kann. Als Freizeit-Tipp warb diese InKürze-Ausgabe für die Hamburger Attraktion „Dialog im Dunkeln“.

 

Die Fahrgastzeitung HVV-Express erschien von 1977 bis 1996

Die Fahrgastzeitung HVV-Express erschien von 1977 bis 1996

 

Fahrgastmagazine im Wandel der Jahrzehnte

Heute schauen viele Fahrgäste während der Busfahrt auf ihr Smartphone. Vielleicht nutzen sie Social Media, manche spielen bestimmt ein Game und viele lesen natürlich online auch aktuelle Nachrichten. Schon in Zeiten vor dem Internet war das Lesen für Fahrgäste im Bus eine beliebte Beschäftigung. In den 1950er Jahren kamen deshalb die Verkehrsunternehmen auf die Idee, eigenen Lesestoff anzubieten. So entstanden die Fahrgastmagazine, die in den Verkehrsmitteln gratis zur Verfügung gestellt wurden.

 

„Fahr mit uns“ – die Straßenbahn-Zeitung

Die Hamburger Hochbahn brachte 1954 die Straßenbahn-Zeitung „Fahr mit uns“ heraus. Die Hefte wurden in den Verkehrsmitteln in Kunstledermappen geklemmt und hingen in den Wagen zum Lesen aus. Neben vielen Fotos fanden sich in der Straßenbahn-Zeitung Berichte rund um die Hamburger Hochbahn, Ausflugstipps, Beiträge über den Nahverkehr in fernen Ländern, aber auch Infos zu den neuesten Kinofilmen.

Die Zeitung erschien drei bis vier Mal im Jahr. Da hier auch über andere Verkehrsunternehmen und Verkehrsthemen im ganzen Hamburger Raum berichtet wurde, war natürlich auch die VHH in der „Fahr mit uns“ immer wieder ein Thema. Immerhin 44 Jahre lang erschien die Fahrgastzeitung und wurde dann durch das Magazin „HAMBURGmobil“ abgelöst, eine Kooperation der Hamburger Hochbahn mit einem Wochenblatt-Verlag. Inhaltlich hat sich das Nahverkehrsmagazin damit eher zum Stadtmagazin gewandelt.

 

Das VHH-InKürze hat eigentlich zwei Vorgänger: PVG-News und VHH-Falter

Das VHH-InKürze hat eigentlich zwei Vorgänger: PVG-News und VHH-Falter

 

HVV-EXPRESS, PVG-News und VHH-Falter

Ein weiteres Kundenmagazin war „HVV-EXPRESS“, das erstmals 1977 erschien. Erhältlich war die Zeitung in Verkehrsmitteln und auf Bahnhöfen. Meist war bei den Haltestellenwärtern auf der Schnellbahnhaltestelle hierfür eine blaue Blechbox angebracht, aus der sich Fahrgäste die Zeitung nehmen konnten. Neben Infos rund um den HVV bot HVV-EXPRESS auch Freizeit-Tipps und Rezepte. Die Fahrgastzeitung erschien bis 1996.

Im Jahr 1994 entwickelte die damalige Pinneberger Verkehrsgesellschaft die „PVG-News“. Das Heft bot HVV- und PVG-Informationen, aber auch Freizeit- und Tarif-Tipps. Die PVG-News erschienen im praktischen Prospektformat „DIN lang“ und passten damit gut in die Prospekthalter der Busse. 1998 erschien in Hamburgs Osten und Norden dann erstmals der „VHH-Falter“. So wie die PVG-News erschien auch der VHH-Falter monatlich und stand kostenlos in den Prospekthaltern im Bus für die Fahrgäste bereit.

 

Das InKürze: 14 Jahre Infos im Bus

Als sich VHH und PVG als Unternehmen zusammenfanden, wurden auch beide Fahrgastmagazine zusammengeführt. So entstand 2006 das „InKürze“. Waren die Vorgänger-Magazine noch ein Faltblatt mit wenigen Seiten, wuchs das neue InKürze-Magazin nun zu einem richtigen Heft auf 20 oder 24 Seiten an. Zunächst erschien das InKürze noch mit einer Auflage von 27.500 Stück.

Doch im Laufe der Jahre änderte sich das Nutzerverhalten der Fahrgäste. Immer mehr stiegen auf das Smartphone um und informieren sich nun online über Neuigkeiten zur VHH. Deshalb gab es immer weniger Nachfrage nach unserem gedruckten InKürze-Magazin und wir mussten die Auflage immer weiter reduzieren. Nun, 14 Jahre nach dem Start des InKürze, haben wir uns deshalb dafür entschieden, uns vom gedrucktem VHH-Magazin zu verabschieden.

 

Immer zum Ende eines Monats wurde das neue InKürze in die Prospekthalter der Busse gefüllt

Immer zum Ende eines Monats wurde das neue InKürze in die Prospekthalter der Busse gefüllt

 

Wir sagen Tschüss zum InKürze

Als 2006 das erste „InKürze“ erschien, waren Kundenmagazine voll im Trend. Mobiltelefone waren noch nicht so weit verbreitet und von Internet auf dem Smartphone war noch nicht die Rede. Doch in den letzten 14 Jahren hat sich vieles verändert. Heute informieren sich die meisten unserer Fahrgäste über ihr Smartphone. Der Bildschirm hat bedrucktes Papier als Medium abgelöst. Damit ist aber auch die Erwartung an die Aktualität von News heute eine andere: Man möchte über aktuelle Neuigkeiten sofort informiert werden. Online ist dies kein Problem, hier sind Infos schnell verfügbar. Doch wenn es um ein gedrucktes Magazin geht, ist Geduld gefragt. Die Erstellung unseres InKürze-Magazins mit Layout-Gestaltung, Produktion in der Druckerei und Auslieferung dauerte immer mehrere Wochen. Kurzfristige Neuigkeiten konnten wir deshalb nie in ein Heft aufnehmen.

Wir wissen, unser gedrucktes InKürze-Magazin hat viele Fans in und um Hamburg. Doch die immer weiter sinkende Nachfrage bei den Fahrgästen und gleichzeitig die Notwendigkeit, zunehmend kurzfristige Neuigkeiten zur Verfügung zu stellen, hat uns jetzt den Entschluss fassen lassen, uns schweren Herzens vom gedruckten Heft zu verabschieden.

Natürlich wollen wir auch in Zukunft über alles Wichtige rund um die VHH informieren. Hierfür nutzen wir ab jetzt verstärkt unsere Busmonitore. Online informieren wir natürlich auf unserer Website unter vhhbus.de/aktuelles und auf unseren Social-Media-Kanälen, etwa bei Instagram unter @vhhbus oder auf unserer neuen Facebook-Seite „VHH Jobs“. Schließlich werden sich unsere Inhalte auch immer wieder im HVV-Newsletter wiederfinden.

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