Die VHH läutet in Hamburg ein neues Zeitalter im Nahverkehr ein. Seit dem 29. Oktober 2014 fährt erstmals regulär im Linienbetrieb ein rein akkuelektrisch angetriebener Bus durch Hamburg-Blankenese. Die Linie 48 schreibt ÖPNV-Geschichte in der Hansestadt.


 

Erster akkuelektrisch angetriebener Bus im Linienbetrieb in Hamburg

Klimawandel, Feinstaub, Lärm – die VHH handelt. Als erstes Busunternehmen in der Metropolregion Hamburg und Partner im HVV startet die VHH den regulären Linienbetrieb in der Freien und Hansestadt Hamburg mit einem vollkommen elektrisch fahrenden Bus, der seinen Strom zu 100% aus regenerativen Quellen bezieht.

„Der öffentliche Nahverkehr trägt die Hauptlast der Umstellung auf E-Mobilität. Hamburg setzt auf innovative emissionsfreie Lösungen – auch im individualisierten Privatverkehr durch den Ausbau von Ladestationen für E-Fahrzeuge. Ziel ist es ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse zu beschaffen, so dass ab 2030 die gesamte Busflotte umgestellt ist“, so der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz.

Die VHH als hanseatischer Mobilitätsdienstleister vertraut dabei auf ein Fahrzeug, das der italienische Hersteller Rampini aus Passignano konzeptioniert und entwickelt hat. Für die 5,2 Kilometer lange Strecke der Linie 48 wird der Elektrobus, genau wie seine Diesel-betriebenen Pendants, 18 Minuten benötigen. Die Fahrt durch die engen und steilen Gassen von Blankenese fällt dem Elektrobus dabei ebenso leicht, wie die Bewältigung der starken Steigung des Wasebergs mit bis zu 16 %. Auf rund 800 Metern Länge überwindet das von den Blankenesern „Elektro-Bergziege“ genannte Fahrzeug dabei immerhin 72 Meter Höhendifferenz – eine durchaus nicht alttägliche Anforderung im norddeutschen Flachland.

„Wir sind sicher mit diesem Fahrzeug einen wirtschaftlichen, effektiven und wartungsarmen Betrieb zu gewährleisten“, erklärt Dr. Thomas Becker, Vorstand der VHH. Geladen wird per Steckverbindung. „Im Gegensatz zu Techniken, bei denen der Strom per Induktion von unterhalb der Straße zugeführt wird, haben wir uns für eine Lösung entschieden, die man schnell und ohne große Investitionen in eine neue Infrastruktur umsetzen kann“, so Dr. Becker weiter.

 

Geräuscharm und emissionsfrei

Die Vorteile liegen auf der Hand und die Anwohner*innen der Linie 48 wird es freuen. Der neue Bus befährt die Route extrem geräuscharm und völlig emissionsfrei. Darüber hinaus ist er wartungsarm, bremst und beschleunigt ruckfrei und kann Energie beim Bremsen zurückgewinnen. Der gesamte Energiebedarf des Fahrzeugs wird über das mitgeführte Akkumulatorensystem gedeckt und ist aus regenerativen Energiequellen erzeugt.

Der neue E-Bus ist mit einer Lithium-Ferrit-Batterie ausgestattet, die eine Kapazität von rund 180 kWh besitzt. Die Fahrmotoren haben eine Leistung von 80/150 kW. Die Akkus des Elektrobusses werden in der Nacht auf dem VHH-Betriebshof in Schenefeld bei Hamburg vollständig geladen. Tagsüber sind mehrere kurze Nachladungen am Bahnhofsvorplatz in Blankenese geplant – dort machen die Busse der Linie 48 nach drei Runden rund 20 Minuten Pause, bevor sie zu einer neuen Fahrt durch Blankenese aufbrechen.

„Die Vorgabe des Senates der Freien und Hansestadt Hamburg ist klar, ab 2020 sollen für den Busverkehr im Nahverkehr der Hansestadt ausschließlich emissionsfreie Busse beschafft werden. Der Elektrobus der Linie 48 ist ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung einer Strategie, die wir konsequent mit tragen und umsetzen. Die nächsten Schritte werden elektrische Gelenkbusse sein“, skizziert Dr. Becker die Zukunft der Elektromobilität in Hamburg.

 

„Bye, Bye CO2“

Unter dem Motto „Bye, Bye CO2“ ließen die anwesenden Gäste beim Event am 29. Oktober 2014 in Blankenese Luftballons steigen. Symbolisch standen diese für die Menge an CO2, die der Elektrobus allein bei einer Runde einspart.

 

Rede von Olaf Scholz, Hamburgs Erstem Bürgermeister, bei der Einweihungsveranstaltung der Elektro-Bergziege:

 

Ansprache des VHH-Vorstands, Dr. Thomas Becker, am 29.10.2014 in Hamburg-Blankenese:

 

Titelbild: Ulrich Wirrwa / VHH