Jetzt geht es ums Niveau – aber keine Sorge, wir werden hier nicht gleich niveaulos. Diesmal geht es im VHH-Blog um die Niveauregulierung in Bussen. Dabei handelt es sich um eine technische Einrichtung, die unsere Busfahrer*innen an der Haltestelle bedienen, damit Fahrgäste bequem ein- und aussteigen können. Die Niveauregulierung verringert nämlich den Abstand zwischen Kantstein und Bus-Einstieg.


 

VHH-Bus aus dem Jahr 1993

VHH-Wagen Nr. 9338 ist ein früher Niederflurbus. Auf dem Foto von 1993 demonstrierte man stolz die elektrische Rampe und das „Kneeling“, so nennt man das einseitige Absenken des Busses

 

Der erste Niederflurbus

Im Januar 1992 nahm die VHH erstmals Niederflurbusse in Betrieb. Die Einführung dieses Bustyps ermöglichte endlich auch Rollstuhlfahrer*innen die Mitfahrt im Bus. Diese Fahrzeuge boten nämlich einen stufenlosen Ein- und Ausstieg und hatten an der Mitteltür eine Rampe, die ausgefahren werden konnte. Außerdem konnte der Bus bei Bedarf einseitig abgesenkt werden. Das machte die neuen Busse bei den Fahrgästen von Anfang an beliebt. So profitierten z.B. mobilitätseingeschränkte Menschen oder auch Eltern mit Kinderwagen, denn das Zusteigen klappte nun viel leichter.

Anfangs hatten die Niederflurbusse übrigens eine elektrisch betätigte Rampe, die bewährte sich im rauen Alltagsbetrieb jedoch nicht. Insbesondere bei Schnee und schlechter Witterung stellte sie gerne mal ihren Betrieb ein. Seit 1997 werden die Busse deshalb mit einer Klapprampe ausgestattet, die sich inzwischen bewährt hat.

 

 

Warum die Niveauregulierung der Busse wichtig?

Im VHH-Netz gibt es rund 1.800 Haltestellen. Dabei reicht das Spektrum von der barrierefrei ausgestatteten Haltestelle mit hohem Kantstein und Leitstreifen für Blinde und Sehbehinderte bis hin zum schmal befestigten Seitenstreifen mit niedrigem Kantstein am Deich. Bei letzteren muss der Bus abgesenkt werden, um den Abstand zwischen Busfußboden und Kantstein möglichst gering zu halten. Man nennt das Niveauregelung. Dann können auch hier mobilitätseingeschränkte Fahrgäste bequemer ein- und aussteigen.

Alle Busse der VHH sind deshalb luftgefedert. Mit Druckluft gefüllte, elastische Federbälge sorgen dafür, dass man die Erschütterungen der Straße nicht spürt. Steuerventile gleichen den Druck in den Federbälgen so aus, dass der Bus immer gerade steht. Umgekehrt können die Busfahrer*innen aber auch steuern, dass sich der Bus auf der Türseite absenkt. Wenn sie den Taster am Fahrerplatz betätigen, entweicht die Druckluft aus den Federbälgen auf der Türseite. Wenn man als Fahrgast im Bus unterwegs ist, kann man das auch hören, denn der Bus zischt dabei leicht. Erst wenn das Fahrpersonal die Bus-Türen wieder schließt, wird Druckluft mit ca. 10 bar in die Luftfederbälge eingesteuert und der Bus fährt auf seine normale Höhe hoch. Dann ist der Bus wieder abfahrtbereit.