E-Midibus

Hamburgs erste E-Busse

Im November 2014 läutete die VHH auf der Buslinie 48 in Hamburg-Blankenese die Ära des akkuelektrischen Antriebs ein. Mit einem E-Midibus des italienischen Herstellers Rampini wurde erstmals ein akkuelektrisch angetriebener Linienbus im regulären Busbetrieb eingesetzt.

Der E-Midibus schöpft die benötigte Energie aus einem Akkumulator, der sich auf dem Dach des Fahrzeugs befindet. Die Hauptaufgabe des Akkus besteht darin, den wassergekühlten Heckmotor anzutreiben. Darüber hinaus versorgt er einen Kompressor für die Druckluftanlage, eine Pumpe für die Servolenkung, die Klimaanlage und eine Servicebatterie. Letztere ist unter anderem für die Beleuchtung des Busses zuständig.

Der Bus erzeugt beim Bremsen Strom, der wiederum zum Anfahren in den Akkus gespeichert werden kann. Der E-Midibus hat sich im Linienbetrieb bewährt, so dass ihm im Sommer 2016 ein zweites VHH-Fahrzeug auf der Linie 48 folgte.


Zahlen und Fakten

Sitzplätze / Stehplätze / Rollstuhl-Platz 12 / 27 / 1
Höhe x Länge des Busses 3,20 x 7,72 m
Gewicht 12.000 kg
Nennladung 300 Amperestunden
Steigungsbewältigung 22 %
Fahrspannung des Motors 650 Volt
Motorleistung 122 Kilowatt
Höchstgeschwimdigkeit 50 km/h
Verbrauch pro Linienfahrt 3% der Ladung


Die Blankeneser Bergziege

Die Midibusse in Blankenese, die "Bergziegen" genannt werden, sind besonders schmal gebaut, damit sie auch durch das Treppenviertel passen. Das Viertel besteht aus vielen kleinen Häusern, die teilweise nur über Treppen erreichbar sind. Es ist eine Art Verkehrssystem für Fußgänger und besteht aus 58 Treppen mit angeblich 4864 Stufen, vielen Gassen, Wegen und nur wenigen schmalen Straßen. Auf diesen Straßen, an denen kaum zwei Autos nebeneinander passen, fährt die VHH-Bergziege.

Die Fahrerinnen und Fahrer der VHH sind auf der Strecke fast so zuhause wie die Menschen, die hier im Viertel leben. Man kennt sich, klönt miteinander und genießt die idyllische Strecke ständig aufs Neue. Und wenn mal zwischen den Haltestellen ausgestiegen werden muss, reicht dafür ein rechtzeitiger Hinweis.

Daran hat sich auch mit den neuen E-Bussen nichts geändert. Und doch ist alles anders: Die Abgase fehlen und die E-Bergziegen sind schmaler und kommt leichter durch die engen Straßen. Mit ihrem elektronisch betriebenen Motor sind sie zudem vor allem eines: sehr, sehr leise. Deshalb sind die E-Midibusse auch mit einem Außenlautsprecher versehen, der die Fußgängerinnen und Fußgänger per Knopfdruck auf die nahenden Busse aufmerksam macht.

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