Perspektiven für Autisten

Perspektiven für Autisten2018-08-20T13:43:57+00:00

Perspektiven für Menschen mit Autismus

Der Hamburger Mobilitätsdienstleister Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) beschäftigt autistische Mitarbeiter*innen und bildet Autisten auch aus. Damit tritt die VHH dem Problem entgegen, dass Menschen mit Autismus oft weniger berufliche Perspektiven haben. Meist fehlen Stellen, die auf die Bedürfnisse von Autisten zugeschnitten sind. Die VHH stellt sich bewusst dieser Herausforderung und ist dazu bereit, individuelle Lösungen zu finden, um Autisten die Möglichkeit zu geben, ihr Potenzial auszuschöpfen und ihre Stärken für das Unternehmen einzusetzen.

Offen für Mitarbeiter*innen mit unterschiedlichen Stärken

Bereits 2010 unterschrieb die VHH die Charta der Vielfalt, in der es heißt: „Die Vielfalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten eröffnet Chancen für innovative und kreative Lösungen.“ Für die VHH ist es daher selbstverständlich, als Arbeitgeber für Menschen mit verschiedenen Stärken offen zu sein. Aus diesem Grund bot die VHH im Jahr 2014 zunächst Praktika für Autisten an, im Rahmen derer beide Seiten – sowohl das Unternehmen als auch die Praktikant*innen – testen konnten, inwieweit sich eine Zusammenarbeit positiv gestaltet. Unterstützt wurde das Projekt durch die Hamburger Arbeitsassistenz, die Stiftung Irene und die autWorker, eine Genossenschaft autistischer Menschen.

Die Praktikumsphase verlief sowohl aus Sicht des Verkehrsunternehmens als auch aus Sicht der Praktikant*innen sehr erfolgreich. Aus diesem Grund erhielten die autistischen Praktikant*innen einen Arbeitsvertrag bei der VHH und das Unternehmen entschloss sich dazu, in Zukunft auch Menschen mit Autismus als Auszubildende einzustellen.

Die VHH lässt sich von verschiedenen Partnern zum Thema Autismus beraten:

Menschen mit Autismus denken anders

„Man kann sich das Gehirn eines Menschen wie einen Computer vorstellen. Die meisten Menschen nutzen ihren Computer so: Sie sortieren wichtige Dateien in verschiedene Ordner und verschieben unwichtige Dateien in den ‚Papierkorb‘. Bei Autisten ist es anders: Ihr Gehirn hat keine Ordner- oder ‚Papierkorb‘-Funktion. Sie können wichtige Eindrücke nicht von unwichtigen unterscheiden. Alle Informationen, die einen Autisten umgeben, sind für ihn gleich wichtig – als würden alle Dateien im Computer durcheinanderliegen.“

Die Beschreibung stammt von Nico, der im Frühjahr 2014 bei der VHH ein Praktikum auf dem Betriebshof Bergedorf absolvierte. Das Praktikum wurde von der Hamburger Arbeitsassistenz begleitet, einem Fachdienst, der sich in der beruflichen Eingliederung von Menschen engagiert, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aus verschiedenen Gründen mit Benachteiligungen zu kämpfen haben. Wichtige Unterstützung kam auch von den autWorkern, einer Genossenschaft autistischer Menschen, die das Ziel hat, die speziellen Fähigkeiten von Autisten in der Arbeitswelt zur Verfügung zu stellen.

Durch die Unterstützung dieser beiden Institutionen wurde das Praktikum ein voller Erfolg und Nico erhielt danach einen Arbeitsvertrag bei der VHH und kümmerte sich unter anderem um die Fahrgastzahlenauswertung. Positiv für Nico waren Aspekte, die für viele Autisten wichtig sind: das Aufgabengebiet ist spannend, die Arbeitsumgebung nach dem Praktikum ist vertraut, die VHH ermöglicht ein selbständiges Arbeiten und es gibt feste Ansprechpartner*innen sowie feste Aufgaben.

Autisten haben besondere Stärken

Neben einer festen Zeitstruktur und festen Abläufen ist es für Autisten wichtig, dass sie eine Aufgabe übernehmen, die sie interessiert. Das bestätigt auch Iwona, eine andere VHH-Kollegin mit Autismus. Auch sie wurde von den autWorkern zunächst für ein Praktikum bei der VHH vorgeschlagen und erhielt im Anschluss an ihr Praktikum einen Arbeitsvertrag bei der VHH, um das Team der Personalabteilung zu verstärken.

Die Stärken von Autisten sieht Iwona ganz klar darin, dass sie sehr ausgeprägte Interessen haben und sich stark auf eine bestimmte Aufgabe konzentrieren können. Dabei haben sie oft eine ganz andere Herangehensweise als andere Menschen und können Aufgaben am besten im Alleingang erledigen. Doch warum ist das so? Iwona erklärt: „Auf Autisten strömt ihre Umwelt sehr ungefiltert ein. Diesen Überfluss an Eindrücken – dass beispielsweise fernes Vogelgezwitscher genau so stark wahrgenommen wird, wie die Stimme eines direkten Gesprächspartners – müssen Autisten für sich ordnen. Sie reagieren auf die Reizüberflutung, indem sie sich auf sich selbst und eine Aufgabe konzentrieren.“

Autisten beschäftigen sich gerne mit logischen Sachverhalten und je spannender sie ein Thema finden, umso leichter können sie sich darauf konzentrieren. So gelingt es Menschen mit Autismus besonders gewissenhaft zu arbeiten und schwierige Probleme zu lösen, mit denen sich so manch anderer vergeblich beschäftigen würde.

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